HEILSARMEE Der gebürtige Schweizer, der als Zehnjähriger 1996 nach Naumburg kam, kehrt in sein Heimatland zurück.
Philipp Hutter trompetet im Symphonieorchester LuzernNAUMBURG - Vor sechs Jahren erhielt Philipp Hutter von allen Seiten zahlreiche Glückwünsche. Der damals 18-jährige junge Trompeter hatte beim Bundesfinale "Jugend musiziert" glänzend abgeschnitten. Da stand das letzte Schuljahr vor dem Abitur am August-Herrmann-Francke-Gymnasium, der Latina-Spezialschule der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, noch vor ihm.
Inzwischen ist das längst Geschichte. Abitur, Vorstudium an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn-Bartholdy", Studium an der Musikhochschule Detmold und Gaststudien am Amsterdamer Konservatorium, das alles hat Philipp Hutter inzwischen erfolgreich bewältigt. Am 12. Juli wird er in Detmold seine vorgezogene Diplomprüfung in Angriff nehmen. Und danach geht es zum ersten Engagement in sein Geburtsland, in die Schweiz. 2004 hatte er noch gesagt, er wolle mal in einem der großen Orchester spielen. Jetzt tritt Philipp Hutter die Stelle als Solotrompeter beim Luzerner Symphonieorchester an. Das Ensemble besteht seit 1806, ist das älteste symphonisch besetzte Orchester der Schweiz.
Das Trompetenspiel hat Philipp Hutter als Sechsjähriger bei seinem Vater Stefan Hutter erlernt. Damals noch in der Schweiz. Als Zehnjähriger kam er 1996 mit seiner Familie nach Naumburg. Stefan und Myrtha Hutter, die Eltern, begannen hier als Offiziere und Seelsorger eine Gemeinde der Heilsarmee aufzubauen. Inzwischen sind die Hutters Naumburger, schaffen sich in der Michaelisstraße ein Domizil. Die drei großen Kinder suchen und finden ihre berufliche Chance in ganz Europa. Rahel Hutter studiert Jazzpiano an der Musikhochschule "Franz Liszt" in Weimar. Jonathan Hutter, auch ein sehr guter Trompeter, hat das Blasinstrument weggelegt und studiert sein Traumfach: Schauspiel in Stuttgart. Und Philipp Hutter, gerade mal 24 Jahre alt, kann schon Erstaunliches aufweisen: Stipendiat der Lyriestiftung; Sieg beim Stipendiatenwettbewerb der Yamaha Music Foundation of Europe; in Kassel zweiter Preisträger beim Lionsclub-Wettbewerb Hessen; Konzerte mit dem St. Petersburg Academic Symphonie Orchestra, mit der Philharmonie Halle, der Jungen Philharmonie München, dem Symphonieorchester der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Russian Chamber Philharmonic Orchestra St. Petersburg, ein Praktikum beim Göttinger Symphonie Orchester. Hutter spielte in Argentinien, in Kanada, in Russland, Taiwan und in der Schweiz. Und er kehrt immer wieder in das Musikkorps der Heilsarmee zurück. In seinem Internet-Blogg schreibt Philipp Hutter: "Ich bin kein Wunderkind."
Seine Eltern sind stolz auf ihn. Mutter Myrtha, ausgebildete Psychiatrieschwester, pendelt inzwischen seit geraumer Zeit zwischen Naumburg und St. Gallen. Sie ist in ihren Beruf zurückgekehrt, macht nur Nachtschichten. Die Ausbildung junger und talentierter Kinder ist nicht billig ...
und hier noch der Kronberger Bote:

Im folgenden noch ausschnitte aus der Konzertkritik der Taunuszeitung vom 17.06.10:
Lions-Sieger überzeugen
Von Ulrich Boller
In der voll besetzten Johanniskirche konzertierten die beiden Preisträger des «Lions Musikwettbewerbs 2010». Zu recht erhielten Miroslav Petkov und Philipp Hutter viel Beifall.
Kronberg. Königlich glänzten die Trompeten. Miroslav Petkov (21) und Philipp Hutter (24) erwiesen sich als gleichermaßen würdige wie kompetente Preisträger des Musikwettbewerbs des Lions Clubs.
Auch Platz für Spaß
Demgegenüber wirkte Hutters Instrumentalklang weicher, offener in den Konturen. Die Frische und Lebendigkeit, mit der er zu Werke ging, nahm dem oft gehörten Es-Dur-Trompetenkonzert von Joseph Haydn jede Spur der Abnutzung. Nichts war von harmloser Betulichkeit zu spüren, mit der Haydn oft in Verbindung gebracht wird. Da passte es bestens, dass der in der Schweiz geborene Trompeter sich in der Solokadenz den Spaß erlaubte, eine Wendung aus dem Kinderlied «Alle meine Entchen» einzubauen: «Lachend, und ein sanfter Geist / Des Ernstes doch ergossen um die ganze Form», wie es bei Eduard Mörike heißt.

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